Mut zum Handeln - Die überteuerte Werbebroschüre des Konvents für Deutschland
Montag, 05. Mai 2008Der Konvent für Deutschland ist in diesem Blog schon mehrfach zu Recht für seine verachtenswerte Menschenfeindlichkeit angegriffen worden. Dort sitzen einige vermögende und prominente Ewiggestrige herum und würden unser Land am liebsten komplett nach ihren faschistoiden Wahnideen umkrempeln. Einige davon haben sich nun auch als Feinde der Umwelt geoutet, denn sie haben über den Campus-Verlag ein neues Buch veröffentlicht: Mut zum Handeln - Wie Deutschland wieder reformfähig wird. Die über 600 Seiten je Exemplar dieses Buches dürften so einigen Bäumen das Leben gekostet haben. So sorgt der Konvent für Deutschland auch ganz direkt für ein schlechteres Klima in Deutschland, nicht nur gesellschaftlich.
Inhaltlich bietet das Pamphlet von Roman Herzog, Klaus von Dohnanyi, Hans-Olaf Henkel, Manfred Pohl, Wolfgang Clement und Jane Uhlig nichts Neues. Das übliche Herumgeheule der Wirtschaft über angeblich zu hohe Lohn- und Sozialkosten wurde von diesen Wirtschaftslobbyisten langatmig zwischen zwei Buchdeckel gepresst und soll nun von den Bürgern als angeblich innovatives Machwerk auch noch für einen horrenden Preis von 39,95 Euro gekauft werden. Dieses Geld spendet man lieber für ein Naturprojekt, arme Kinder oder den Tierschutz anstatt es dem Campus-Verlag und den prominenten Lügenbolden vom Konvent für Deutschland in den Allerwertesten zu pusten.
Ich habe im Moment nicht die Zeit, mich umfassender mit dem monotonen Reform-Geschwafel des ewiggestrigen Seniorenclubs um Roman Herzog und PR-Profi Jane Uhlig auseinander zu setzen, daher verweise ich an dieser Stelle auf Beiträge anderer Blogger sowie der taz:
- Oeffinger Freidenker: Scharfer Gegenwind für die Ewiggestrigen
- Feynsinn: Konvent der Abgewatschten
- ad sinistram: Alter schützt vor Torheit nicht
- Amok Koma: Konvent des geistig-moralischen Prekariats
- taz: Konvent für Deutschland - Ein letztes Rucken
Vielleicht hört Roman Herzog noch irgendwann auf zu Ruckeln, denn für die Menschen in Deutschland hat er eh nichts Positives zu bieten. Er agiert als Sprachrohr der Industrie und liefert so für einen ehemaligen Bundespräsidenten ein ähnlich erbärmliches Bild ab wie Gerhard Schröder als ehemaliger Bundeskanzler mit seiner heutigen Tätigkeit für einen russischen Gaskonzern.
Das Geld für den Kauf und die Zeit für die Lektüre von Mut zum Handeln kann man sich jedenfalls sparen. Oder wie es Feynsinn formulierte: “Liegen lassen, Lektüre lohnt nicht.”
PS: Amüsant ist übrigens, dass offenbar selbst die Autoren das Buch noch nicht gelesen haben. Das ist aber auch gar nicht notwendig, denn das Agenda Setting des Konvents für Deutschland, welches in dem Buch zu finden ist, sollte den Verfassern ja ohnehin bekannt sein.

