Konvent für Deutschland: “Forget it!”
Montag, 15. Juni 2009Ein Think-Tank von Polit-Pensionären will die Republik retten. Doch die nicht mehr ganz frischen Ideen aus dem Konvent will keiner mehr hören.
Ein Think-Tank von Polit-Pensionären will die Republik retten. Doch die nicht mehr ganz frischen Ideen aus dem Konvent will keiner mehr hören.
Zitat von Generalstreik.info:
Kürzlich haben wir eine Liste solcher Organisationen zusammengestellt, die in den vergangenen Jahren direkt und indirekt dafür gesorgt haben, dass Armut in Deutschland - Kinderarmut inklusive - wieder zu einem Massenphänomen wurde. Deshalb haben wir nun die erste Protestaktion ins Leben gerufen: Die 55 Cent-Protestaktion.
Ablauf
Wir haben einen Flyer erstellt, der als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Drucken Sie diesen Flyer aus und senden Sie ihn per Telefax oder per Post an die darauf genannten Organisationen. Sie gehen dabei keinerlei Risiko ein, wenn Sie den Flyer per Post verschicken oder per Fax von einem Copyshop aus.Ziel
Es geht darum, dass so viele Menschen wie möglich diesen Flyer an die darauf genannten Organisationen senden. Die neoloberalen Verbrecher gegen Menschlichkeit und soziale Gerechtigkeit sollen merken, dass wir wissen, wer sie sind und sie im Auge haben. Dass wir uns nicht weiter belügen, betrügen und gegeneinander aufhetzen lassen. Wir wissen, wo unsere Feinde sitzen, nämlich oben. Der erste Schritt zum Kampf ist immer das Abstecken des feindlichen Territoriums.Termin
Der Flyer soll bis spätestens 31.07.2008 an die genannten Organisationen geschickt werden. Außerdem kann er verkleinert (2-4 Stück je DIN A4) und zur Information an die Mitmenschen in Ihrem Umfeld verteilt werden.
Da bleibt eines: Mitmachen!
Der Konvent für Deutschland ist in diesem Blog schon mehrfach zu Recht für seine verachtenswerte Menschenfeindlichkeit angegriffen worden. Dort sitzen einige vermögende und prominente Ewiggestrige herum und würden unser Land am liebsten komplett nach ihren faschistoiden Wahnideen umkrempeln. Einige davon haben sich nun auch als Feinde der Umwelt geoutet, denn sie haben über den Campus-Verlag ein neues Buch veröffentlicht: Mut zum Handeln - Wie Deutschland wieder reformfähig wird. Die über 600 Seiten je Exemplar dieses Buches dürften so einigen Bäumen das Leben gekostet haben. So sorgt der Konvent für Deutschland auch ganz direkt für ein schlechteres Klima in Deutschland, nicht nur gesellschaftlich.
Inhaltlich bietet das Pamphlet von Roman Herzog, Klaus von Dohnanyi, Hans-Olaf Henkel, Manfred Pohl, Wolfgang Clement und Jane Uhlig nichts Neues. Das übliche Herumgeheule der Wirtschaft über angeblich zu hohe Lohn- und Sozialkosten wurde von diesen Wirtschaftslobbyisten langatmig zwischen zwei Buchdeckel gepresst und soll nun von den Bürgern als angeblich innovatives Machwerk auch noch für einen horrenden Preis von 39,95 Euro gekauft werden. Dieses Geld spendet man lieber für ein Naturprojekt, arme Kinder oder den Tierschutz anstatt es dem Campus-Verlag und den prominenten Lügenbolden vom Konvent für Deutschland in den Allerwertesten zu pusten.
Ich habe im Moment nicht die Zeit, mich umfassender mit dem monotonen Reform-Geschwafel des ewiggestrigen Seniorenclubs um Roman Herzog und PR-Profi Jane Uhlig auseinander zu setzen, daher verweise ich an dieser Stelle auf Beiträge anderer Blogger sowie der taz:
Vielleicht hört Roman Herzog noch irgendwann auf zu Ruckeln, denn für die Menschen in Deutschland hat er eh nichts Positives zu bieten. Er agiert als Sprachrohr der Industrie und liefert so für einen ehemaligen Bundespräsidenten ein ähnlich erbärmliches Bild ab wie Gerhard Schröder als ehemaliger Bundeskanzler mit seiner heutigen Tätigkeit für einen russischen Gaskonzern.
Das Geld für den Kauf und die Zeit für die Lektüre von Mut zum Handeln kann man sich jedenfalls sparen. Oder wie es Feynsinn formulierte: “Liegen lassen, Lektüre lohnt nicht.”
PS: Amüsant ist übrigens, dass offenbar selbst die Autoren das Buch noch nicht gelesen haben. Das ist aber auch gar nicht notwendig, denn das Agenda Setting des Konvents für Deutschland, welches in dem Buch zu finden ist, sollte den Verfassern ja ohnehin bekannt sein.
In dem Blog Perspektive2010 wurden wir im Zusammenhang mit Roman Herzogs unsäglichem Versuch, die Jungen gegen die Alten aufzuhetzen, auf das Roman Herzog Institut e.V. aufmerksam. Dieses hat sich offiziell die Beratung der Arbeitgeberverbände auf die Fahnen geschrieben, ist aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eher ein weiterer Think Tank der Arbeitgeber. Ein Hinweis dafür ist beispielsweise, dass Randolf Rodenstock, der auch schon Mitglied im Kuratorium der verlogenen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ist, als Vorstand des Vereins tätig ist. Sein Stellvertreter Günther G. Goth ist aber auch nicht ohne:
Günther G. Goth ist ein typischer Siemens-Karrierist: katholisch, CSU-Mitglied und Teil eines verschwiegenen Netzwerkes. In den frühen 80er Jahren wäre er beinahe Bürgermeister im oberbayerischen Traunreut geworden. Doch er verlor die Wahl knapp. Dafür wurde Goth im Siemens-Hauptquartier in München zu einer zentralen Figur. Er stieg zum zweiten Mann hinter dem Personalvorstand auf. Intern nannten sie ihn “Triple G”. Doch seit dem 1. Juli ist Goth nicht mehr im Job. Dabei hatte er nur noch wenige Monate bis zur Rente.
Seit Wirtschaftsanwälte den von Korruption und Betriebsratsmanipulationen erschütterten Konzern durchkämmen, mussten schon einige Manager vor der Zeit abdanken - wie Vorstandschef Klaus Kleinfeld und Aufsichtsratsboss Heinrich von Pierer. Hinweise mehren sich nun, dass Goth und andere in der Personalabteilung in die Affäre um die gekaufte Betriebsräteorganisation AUB verwickelt waren.
Ich bin mir sicher, dass Figuren wie Randolf Rodenstock und Günther G. Goth das passende Personal für so ein Sprachrohr der Arbeitgeberverbände sind. Verlogen, intrigant und korrupt bis ins Mark, das sind eben die notwendigsten Qualifikationen von Lobbyisten. Roman Herzog sitzt ja neben Prof. Manfred Pohl und Hans-Olaf Henkel beim Konvent für Deutschland und trommelt dort gegen unsere Demokratie und verkauft dies als Reform der Reformfähigkeit. Gemeint ist schlicht die Abschaffung demokratischer Prinzipien, z.B. eine Änderung des Wahlrechts zwecks Ausgrenzung der Linkspartei, oder weiterer Raubbau am Sozialstaat, z.B. bei den Renten. Ich frage mich gerade, ob man diese hohen Herren nicht alle endlich einmal wegen der wiederholten Bildung krimineller Vereinigungen strafrechtlich belangen könnte.
Aber ich schweife ab. Interessant ist nämlich durchaus, dass das Copyright an der Website des Roman Herzog Instituts von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. (vbw), welche sich selbst als Stimme der Wirtschaft anpreist, beansprucht wird:
Weniger interessant ist hingegen, dass Günther G. Goth auch schon bei Veranstaltungen des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, welcher die INSM gegründet hat und bis heute finanziert, aktiv war. Das bedeutet aber wahrscheinlich nichts, denn für hohe Tiere bei Konzernen wie Siemens dürfte so etwas üblich sein., ebenso wie Korruption und Manipulation der Betriebsräte. Nach einem solchen Kriminellen, der bei Volkswagen beschäftigt war, heißen ja skandalöserweise bis heute die menschenfeindlichsten Sozialgesetze, die unser Land jemals hatte, sie sogenannten Hartz-Gesetze.
Wünschen wir dem Roman Herzog Institut e.V. und seinem Personal also, dass dieser dubiose Verein bald wieder von der Bildfläche verschwindet, nachdem er nun als weiteres Sprachrohr der Arbeitgeberverbände demaskiert wurde. Wünschen wir aber auch dem Konvent für Deutschland, der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), der Bertelsmann-Stiftung und dem Frankfurter Zukunftsrat ein baldiges Ende. Zumindest vielleicht rechtzeitig genug, bevor sich das Volk am Vorabend der Revolte zusammenrottet und die Stricke mit den Namen der größten Verbrecher gegen die Menschlichkeit beschriftet.
Jane Uhlig (36) verantwortet seit kurzem den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Konvent für Deutschland. Vorher leitete sie die Frankfurter Texterschule und arbeitete als PR-Beraterin für Wirtschaftsunternehmen und Verlage. Seit drei Jahren lehrt sie Public Relations an der Akademie für Marketing-Kommunikation Frankfurt.
Irgendwie haben wir ja damit gerechnet, dass irgendwann hier irgendwer angeheult kommen könnte wegen unserer Artikel über wirtschaftsfaschistische Lobbygruppen wie den Konvent für Deutschland oder den ganz frisch gegründeten Frankfurter Zukunftsrat.
So meldete sich am vergangenen Freitag per E-Mail eine Melanie Vockert vom Konvent für Deutschland, welche als Assistentin der Geschäftsführerin Jane Uhlig tätig ist:
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir möchten Sie bitten, sich mit uns in Verbindung zu setzen, in bezug auf
Ihre Artikel zu Prof. Dr. Manfred Pohl und dem Konvent für Deutschland.Tel. 030-20456612 oder
0151-11623025 Jane Uhlig - GeschäftsführungMit freundlichen Grüßen
Konvent für Deutschland e. V.
Melanie Vockert
Natürlich dürfte es Manfred Pohl und seinen menschenfeindlichen Organisationen nicht gefallen, wenn Leute wie wir die Öffentlichkeit wahrheitsgemäß darüber aufklären, wer sie sind und welche verachtenswerten Ziele sie verfolgen. Darüber lassen wir aber auch nicht mit uns reden, weil wir eben keine wendehälsigen und käuflichen Journalisten sind, sondern Söldner. Söldner, welche die Kriegserklärungen der Bosse, Bonzen und derer, die sich selbst gerne als “Elite” bezeichnet wissen wollen, gegen das Volk verstanden haben und anderen dabei helfen wollen, sie auch zu verstehen, damit irgendwann der zwangsläufig notwendige Gegenschlag erfolgen kann.
Schauen wir uns also einmal an, was wir über Jane Uhlig in Erfahrung bringen können, z.B. im Google Cache von der Website einer Agentur in Neu-Isenburg, wo sie anscheinend vorübergehend tätig war:
Studium: Diplom-Sozialpädagogin
» Beraterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
» Kommunikationstrainerin / Trainer- und Moderationsausbildung
» Systemische Beraterin / Institut für Organisationsentwicklung Halle
» Heilpraktikerin / Psychotherapie-Ausbildung (HPG)
» Pharmazeutische Assistentin
Besonderheiten:
» Mit-Gründerin der Frankfurt Creative School
» Dozentin an Akademien: Fach Public Relations /
Umgang mit der Öffentlichkeit» Hat die Frankfurter Texterschule auf- und ausgebaut & war zuständig für die Zertifizierung der bundesweiten PR-Ausbildung der WBS Training AG (DPRG)
Publikation:
“Ich bin eine Deutsche” Westkreuzverlag Berlin-Bonn
Damit wäre schon einmal bekannt, dass Jane Uhlig nicht einfach nur die Geschäftsführerin des Konvents für Deutschland und die Pressesprecherin des Frankfurter Zukunftsrates ist, sondern vor allem ein eiskalter PR-Profi, der sich auf Grund der wachsenden kritischen Öffentlichkeit offenbar genötigt sieht, Krisen-PR zu betreiben, damit Manfred Pohls verlogene Propagandaschleudern nicht vollends absaufen und der Frankfurter Zukunftsrat nicht als Totgeburt endet. Gut möglich, dass Manfred Pohl Jane Uhlig bei seiner Tätigkeit für die Deutsche Bank kennenlernte, denn wer deutsche Großunternehmen von der Schande des Dritten Reiches reinwäscht, dürfte dazu auch verstärkt auf zahlreiche PR-Maßnahmen zurückgreifen müssen:
Ob nun die unter telefonbuch.de auffindbare Adresse in Maintal / Bischofsheim wirklich zu der Jane Uhlig vom Konvent für Deutschland und Frankfurter Zukunftsrat gehört, wird da schon fast irrelevant, auch wenn Google Earth zu dieser Adresse und dem Umfeld auch einige interessante Ansichten liefert. Da hat Manfred Pohl es offenbar versäumt, seine Mitarbeiter darauf hinzuweisen, dass es vorteilhaft ist, seinen Telefonbuch-Eintrag löschen zu lassen, bevor man sich für dessen Lobby-Organisationen betätigt.
Im Übrigen antworten wir grundsätzlich nicht auf E-Mails, vor allem nicht auf E-Mails von solch “elitärem” Gesindel. Aber das kann man ja nicht wissen, wenn man wie Jane Uhlig bereits an einer weiteren neoliberalen Hetzschrift arbeitet, die in Buchform über Deutschland ausgebreitet werden soll. Gemeint ist das Buch “Mut zum Handeln - Wie Deutschland wieder reformfähig wird”, welches dieses Frühjahr im Campus-Verlag erscheinen soll und von folgenden Autoren verfasst wurde:
Interessant ist dabei vor allem, dass dieses eintönige Sextett gegen Demokratie, Grundgesetz, Sozialstaat und Menschenwürde auch als Herausgeber fungiert. Es ist schon eine besondere Dreistigkeit, seine menschenverachtende Ideologie zwischen zwei Buchdeckel zu packen und die Menschen über den Kaufpreis dafür bezahlen zu lassen, dass sie sich diese widerliche Ideologie einverleiben. Sehr schön sieht man in diesem Zusammenhang auch die (personellen und ideologischen) Schnittpunkte zwischen dem Konvent für Deutschland und dem Frankfurter Zukunftsrat, denn alle Autoren sind im Konvent für Deutschland, beim Frankfurter Zukunftsrat oder bei beiden Organisationen von Manfred Pohl aktiv.
PS: Diesen Artikel haben wir als persönliche Widmung an Jane Uhlig und ihre Assistentin Melanie Vockert verfasst. Wir hoffen, dass diese nun verstanden haben, dass wir uns nicht mit unanständigen Menschen wie Lobbyisten abgeben.
Die Zahl der Reforminitiativen und Kampagnen, die von den asozialen Profiteuren des kapitalistischen Systems gegen die Bevölkerung in Stellung gebracht werden, steigt noch immer. Neben der Bertelsmann-Stiftung, der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und dem Konvent für Deutschland kommt nun der Frankfurter Zukunftsrat unter der Führung von Manfred Pohl.
Das restliche Personal des Frankfurter Zukunftsrats besteht aus altbekannten Gesichtern und korrupten Kotzbrocken anderer Reforminitiativen und Lobbys, z.B. Oswald Metzger, das willige Mietmaul für Jedermann, solange der Preis stimmt. Das neoliberale Sprachrohr Oswald Metzger ist nämlich bereits bei der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und im Konvent für Deutschland als Maulhure anzutreffen und nach dem Ende des grünen Mandats braucht er jetzt eben neue Einkommensquellen, bis er bei Bertelsmann sein nächstes überflüssiges Buch veröffentlichen läßt.
Bernhard Bueb ist als ehemaliger Leiter der Schule Schloß Salem auch schon als Mietmaul der INSM für eine Podoumsdiskussion aufgefallen und vertritt die Forderung nach mehr Leistung, Disziplin und dergleichen vom Kindesalter an - also eine Optimierung des Menschenmaterials für die Wirtschaft während des Erziehungs- und Bildungsprozesses. Jegliche form von Bildung verkommt so zu einem rein ökonomischen verwertbarenden Faktor für die Interessen der Bosse und Bonzen, während die Selbstbildung der Menschen und die Entfaltung der Persönlichkeit immer weniger Raum findet.
Wolfgang Clement (SPD), der in der letzten Zeit sein SPD-Parteibuch ebenso für Partikularinteressen der Wirtschaft missbraucht wie es zuvor immer Oswald Metzger mit seiner Mitgliedschaft bei den Grünen getan hat, ist nicht nur als Lobbyist der Energiewirtschaft und der Industrie unterwegs, sondern auch als Mitglied des Konventkreises des Konvents für Deutschland und stellvertretender Vorsitzender des Frankfurter Zukunftsrats. Das übrige Personal dieser ideologischen Dreckschleuder, welche sich an Manfred Pohls rassistischem Buch Das Ende des weißen Mannes anlehnt, in dem er für mehrMarktradikalismus und Sozialdarwinismus wirbt, kann man sich sicherlich denken oder von der Website der INSM oder des Konvents für Deutschland abschreiben.
Wenn Manfred Pohl nun vorgibt, mit seinem Frankfurter Zukunftsrat “Konzepte und Empfehlungen für eine stabile Zukunftswelt entwickeln” zu wollen, dann sollte man sich vor Augen halten, was er mit dem Konvent für Deutschland erreichen wollte: den Abbau von Demokratie bzw. demokratischen Kontrollinstanzen zugunsten schnellerer und demokratisch nicht legitimierter Reformen / Entscheidungen im Sinne der Bosse und Bonzen. Es ist daher davon auszugehen, dass auch die “stabile Zukunftswelt” Pohls sich vorrangig auf die stabile Zukunft der neuen Asozialen bezieht, zu denen Manfred Pohl unseres Erachtens auch selbst gehört.
Wie es sich in solchen Kreisen gehört, ist mit Sylvia von Metzler aus der Familie des Bankhauses Metzler, welches bei den Razzien zur Liechtenstein-Affäre durchsucht wurde, auch gleich jemand dabei, der den neuen Asozialen vom Frankfurter Zukunftsrat Tipps vermitteln könnte, wie sie ihre Mietmaul-Honorare steuerfrei halten. Da bekommt der Mord an dem Bankersohn Jakob von Metzler ein ganz neues Aroma. Man könnte denken, dass da jemand vom Schicksal eine Quittung dafür bekommen hat, dass er kriminelles Verhalten, welches gegen die Gesellschaft als Ganzes und alle besitzlosen Menschen gerichtet ist, möglicherweise ermöglichte und schützte. Manchmal trifft es eben doch die Richtigen.
Wir werden jedenfalls jede Aktion des Frankfurter Zukunftsrates beobachten und kritisch begleiten. Denn wir denken, dass Manfred Pohl dort lediglich versucht, seine ollen marktradikalen und menschenfeindlichen Kamellen unter einem neuen Label mit neuen Schlagworten unters Volk zu bringen. Auf dass alle Mitglieder des Frankfurter Zukunfts(un)rates und anderer ideologischen Dreckschleudern des Großkapitals bekommen mögen, was sie wirklich verdienen
Wer sich in das Dickicht aus Lobbyismus, Korruption und Günstlingswirtschaft begibt, entdeckt dabei mitunter zahlreiche Verbindungen, vor allem zwischen den einzelnen Lobbys und Think Tanks, die zwar nach außen selbständig auftreten, aber oftmals alle der gleichen Linie folgen und sich teils sogar das gleiche Personal teilen. Gleiches gilt für die wissenschaftlichen Steigbügelhalter dieser Organisationen, z.B. auch für das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) welches die Propaganda der INSM mit vermeintlich wissenschaftlichen Daten oder Umfragen untermauert. Dass beide Organisationen am gleichen Tropf der Arbeitgeber hängen, wird hingegen in der öffentlichen Diskussion und in Berichten der Medien nicht erwähnt.
Sobald man seine Recherche öffentlich führt oder deren Ergebnisse veröffentlicht, schallt einem aus bestimmten Ecken immer wieder der Vorwurf der Verschwörungstheorie entgegen. Dabei handelt es sich gar nicht um Theorien, sondern - umso schlimmer - in den meisten Fällen schlichtweg um Fakten über Netzwerke der weltweit Reichen und Mächtigen. Die richtige Bezeichnung wäre daher nicht Verschwörungstheorie, sondern Verschwörungspraxis. Denn die betreffenden Organisationen sind in der Regel nicht demokratisch gewählt und verfolgen schon gar nicht die Interessen der Massen. Im Gegenteil, es eröffnet sich ein Gesamtbild, das sich nur minimal von der altertümlichen Herrschaft der Könige und Fürsten über Sklaven, Leibeigene und Rechtlose unterscheidet: Ein eng begrenzter Personenkreis aus der westlichen Welt bestimmt die Geschicke der gesamten Welt und aller Menschen, die auf dieser Welt leben.
In der freien Verschwörungsenzyklopädie findet man einiges an Informationen über die real existierenden Verschwörungen der Reichen und Mächtigen gegen die Massen, z.B. über den BürgerKonvent, die Bertelsmann-Stiftung, die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und den Konvent für Deutschland.
Die Schweizer Wochenzeitung widmet sich in ihrem Artikel Der Staat als Aktiengesellschaft dem Konvent für Deutschland und seinem Vorstandsmitglied Manfred Pohl:
Zur Propagierung von sozialen wie institutionellen Reformen gründete der Präsident des Unternehmerverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, im Jahr 2000 die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Sie wird von Gesamtmetall jährlich mit einem dreistelligen Millionenbetrag unterstützt. Nach ihrem Vorbild ist seitdem eine Reihe von weiteren Organisationen entstanden, die mit Hilfe von Plakataktionen, grossformatigen Zeitungsanzeigen, TV-Spots und prominenten Vorzeigefiguren der Bevölkerung die Interessen der Wirtschaft näherzubringen versuchen. Eine dieser Vereinigungen ist der 2003 gegründete Konvent für Deutschland. Sein Aushängeschild ist der ehemalige deutsche Bundespräsident Roman Herzog. Zu den treibenden Kräften des Konvents für Deutschland gehört der als ständiger Talkshowgast den meisten BundesbürgerInnen gut bekannte ehemalige Präsident des Bundesverbandes deutscher Industrieller Hans-Olaf Henkel. Lange Zeit mehr im Hintergrund tätig war der Geschäftsführer des Konvents, Manfred Pohl. Als hauseigener Historiker der Deutschen Bank hat dieser Mann mit viel Geld im Rücken eine Menge dazu beigetragen, dass sich die in die Naziverbrechen verstrickten deutschen Grossunternehmen wenigstens im Nachhinein als scheinbar beflissene Geschichtsaufarbeiter in ein gutes Licht setzen konnten.
Bisher hat sich Pohl mit der Rolle eines Organisators, Geldbeschaffers und diskreten Strippenziehers begnügt. Nun aber hat er selbst das Rampenlicht gesucht. Am 16. Februar präsentierte er auf einer Pressekonferenz in Berlin sein neues Buch mit dem effektheischenden Titel «Das Ende des Weissen Mannes. Eine Handlungsaufforderung.» Auf der Website des Konvents für Deutschland wird das Buch prominent angepriesen. Worum geht es in der Schrift? Ganz im Sinne der neoliberalen Ideologie postuliert Pohl den radikalen marktwirtschaftlichen Wettbewerb auf allen Ebenen. Das fängt schon in der Schule an: Anstatt dass gleiche Startbedingungen für Kinder aller Schichten geschaffen und eine demokratische Allgemeinbildung gesichert werden, sollen die Menschen schon in der Schule «zu mehr Arbeit und mehr Leiden» erzogen werden. Da nur fünf Prozent der Menschen in der Lage seien, intellektuelle Höchstleistungen zu vollbringen, müsse diese geistige Elite «frühzeitig aus dem Durchschnitt herausgefiltert» werden. Rund zwanzig Prozent der SchülerInnen seien überhaupt «nicht bildungsfähig, egal wie viele Millionen für ihre Bildung aufgewandt werden».
Die ZAF hat zudem eine frei zugängliche Version des Artikels der Jungen Welt über Manfred Pohls Visionen von einer Rassistischen Hochkultur ausfindig gemacht:
Wer ist Manfred Pohl? Der 1944 geborene Wissenschaftler studierte nach einer Banklehre Germanistik, Geschichte, Philosophie und Volkswirtschaft an den Universitäten in Saarbrücken und Frankfurt am Main. Dort lehrt er seit 1981 Unternehmensgeschichte und seit 1992 als Honorarprofessor Internationales Bank- und Finanzwesen. Von 1972 bis 2004 leitete er das Historische Institut der Deutschen Bank. Gemeinsam mit dem ehemaligen Chef und lebenslangen Ehrenvorsitzenden der Deutschen Bank Hermann Josef Abs betrieb Pohl 1976 als junger Historiker die Gründung der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte. Es folgten 1990 die European Association for Banking History und 1997 die Society for European Business History.
Kapitalistischer Missionar
Pohl hat es wie kein Zweiter verstanden, seine historischen Kenntnisse und organisatorischen Fähigkeiten in den Dienst des Kapitals zu stellen. In seiner beruflichen Laufbahn hat er drei wesentliche Dinge erkannt. Erstens ist eine gut geschriebene Unternehmensgeschichte ein wichtiges Marketinginstrument. Zweitens hilft sie den heutigen Großunternehmen dabei, sich durch eine demonstrative Aufarbeitung der Vergangenheit in ein gutes Licht zu stellen und von ihrer nach wie vor ausgeübten Macht abzulenken. Drittens läßt sich das betriebswirtschaftliche Wettbewerbs- und Effizienzdenken in der Öffentlichkeit gut als verständlichess Politikmodell verkaufen. Just zu diesem Zweck gründete Pohl im Oktober 2003 zusammen mit dem Unternehmensberater Roland Berger und Hans-Olaf Henkel in Berlin den Konvent für Deutschland e.V., dessen Geschäftsführendes Vorstandsmitglied er heute ist. Innenpolitisch geht es um die Verschärfung neoliberaler Politik und den Umbau der parlamentarischen Demokratie zu einem Politik-Unternehmen, das von direktdemokratisch legitimierten Erfüllungsgehilfen der Kapitaloligarchie regiert werden soll. Außenpolitisch soll das markwirtschaftliche Konkurrenzprinzip am besten dadurch propagiert werden, daß international agierende Unternehmen mehr als bisher in die Kultur und Bildung ihrer Gastländer investieren und auf diese Weise vor Ort gute Stimmung für die kapitalistische Sache machen. Den organisatorischen Rahmen für die neokoloniale Kulturmission des Kapitals gibt seit 2003 das von Pohl geleitete internationale Institute for Corporate Culture Affairs (ICCA).
Kapitalisten sind Faschisten?
Angesichts solcher Ansichten und Umtriebe stellt sich die Frage, ob Kapitalisten nicht generell eher Faschisten als Humanisten sind. Aber das Thema werden wir in einem weiteren Artikel näher beleuchten.